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Hintergrund 31.07.2026

Die COPM im Erstgespräch: von der vagen Klage zur klaren Hilfsfrage

Viele Klient:innen wissen nicht genau, was sie brauchen. Die COPM macht daraus in etwa 30 Minuten eine konkrete, messbare Hilfsfrage. So läuft das Interview, und das sind die typischen Stolpersteine.

„Es geht einfach nicht mehr so wie früher.“ Mit diesem Satz beginnt manches Erstgespräch, und er hilft dir zunächst wenig weiter. Die COPM (Canadian Occupational Performance Measure) ist genau dafür gemacht: aus einer diffusen Klage eine klare, überprüfbare Hilfsfrage machen.

Wie das Interview aufgebaut ist

Die COPM fragt nicht nach Symptomen, sondern nach Betätigung: Was tust du an einem gewöhnlichen Tag, und was davon klappt nicht mehr so, wie du möchtest? Die Antworten werden nach Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit geordnet. Aus dieser Liste wählt die Klient:in selbst die wichtigsten Punkte aus, und bewertet sie zweimal: wie gut es aktuell gelingt (Performanz) und wie zufrieden sie damit ist.

Der Unterschied zwischen diesen beiden Werten ist oft der interessanteste Teil des Gesprächs. Jemand kann eine Tätigkeit noch ausführen und trotzdem zutiefst unzufrieden damit sein, weil sie das Dreifache an Zeit oder Kraft kostet.

Den vollständigen Ablauf mit Bewertungsskalen beschreiben wir im Fachartikel Die COPM: Hilfsfrage in 30 Minuten klar bekommen.

Drei Stolpersteine

1. Zu früh mitdenken. Sobald du Probleme vorschlägst, übernimmst du die Auswahl. Die Stärke der COPM liegt darin, dass die Prioritäten von der Klient:in kommen.

2. Nach Diagnosen statt nach Tagen fragen. Wer nach Beschwerden fragt, bekommt Beschwerden. Wer nach dem gestrigen Tag fragt, bekommt Betätigungen.

3. Nicht wiederholen. Die COPM entfaltet ihren Wert erst bei der zweiten Messung. Eine Veränderung von zwei Punkten gilt als klinisch bedeutsam, und für Klient:innen ist dieser sichtbare Fortschritt oft motivierender als jede fachliche Erklärung.

Was du damit gewinnst

Ein Erstgespräch mit COPM dauert länger als eine schnelle Anamnese, liefert dir aber ein Therapieziel, das die Klient:in selbst formuliert hat. Das erhöht die Bereitschaft mitzuarbeiten, und es macht deine Berichte konkreter: nicht „Verbesserung der Handfunktion“, sondern „kann das Enkelkind wieder selbst anziehen“.

Passende Fortbildungen

Klientenzentriert arbeiten heißt vor allem: gut fragen. In der akkreditierten Fortbildung Lösungsorientiertes Arbeiten übst du genau diese Gesprächsführung, und im Kawa-River-Modell lernst du eine visuelle Methode, mit der Klient:innen ihre Situation selbst darstellen. Beide ergänzen die COPM gut.

→ Zur Fortbildung Lösungsorientiertes Arbeiten

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