Sturzprävention beginnt zu Hause: die Rolle der Ergotherapie
Ein Sturz ist selten nur Pech. Wohnumgebung, Gewohnheiten und Sturzangst spielen zusammen. Ein Überblick, wo Sie als Fachkraft den Unterschied machen.
Ein Sturz bei einer älteren Klientin oder einem älteren Klienten wirkt oft wie ein unglücklicher Moment: eine lose Matte, ein glatter Boden, kurz nicht aufgepasst. Wer genauer hinsieht, erkennt meist eine Summe von Faktoren. Genau hier liegt die Stärke der Ergotherapie.
Die Wohnumgebung erzählt die Geschichte
Türschwellen, schlechte Beleuchtung, eine Treppe ohne Handlauf oder ein Bad ohne Haltegriffe: in der häuslichen Umgebung sehen Sie Risiken, die im Behandlungsraum unsichtbar bleiben. Ein Hausbesuch bringt deshalb oft mehr als ein zusätzlicher Test. Kleine Anpassungen, etwa ein gut platzierter Griff oder eine andere Laufroute, können den Alltag bereits deutlich sicherer machen.
Sturzangst als stiller Beschleuniger
Nach einem Sturz trauen sich viele ältere Menschen weniger zu. Sie bewegen sich weniger, verlieren Kraft und Gleichgewicht und werden dadurch erst recht gefährdet. Diesen Teufelskreis zu erkennen und anzusprechen ist mindestens so wichtig wie die praktischen Anpassungen. Fragen Sie also nicht nur, was passiert ist, sondern auch, was seitdem vermieden wird.
Gemeinsam sind Sie stärker
Sturzprävention ist ein Thema, bei dem sich Ergotherapie, Physiotherapie und Hausarztpraxis ideal ergänzen: die eine Seite betrachtet Umgebung und Verhalten, die andere Kraft und Gleichgewicht. Kurze Wege zwischen den Disziplinen machen Ihre Empfehlungen konkreter und besser umsetzbar.
Zum Vertiefen
Möchten Sie strukturiert einsteigen? Unsere Fortbildung zur Rolle der Ergotherapie bei Sturzangst behandelt Ursachen, Folgen und Interventionen, mit Fallbeispielen aus der Praxis. Sie ist übrigens kostenlos, ein guter erster Eindruck ohne Risiko.