Ihre eigene Ergotherapie-Praxis gründen
Fünf Schritte — von der Rechtsform über die Zulassung nach § 124 SGB V bis zur Fortbildungspflicht — für Ergotherapeut:innen, die den Schritt in die Selbstständigkeit planen.
Kurz & knapp
- Rechtsform wählen & Finanzamt
- IK-Nummer beantragen (ARGE·IK)
- Zulassung nach § 124 SGB V
- Abrechnung & Heilmittelverordnung
- Fortbildungspunkte sammeln (§ 125 SGB V)
Eine praktische Reihenfolge — konkrete Anforderungen und Verträge ändern sich, prüfen Sie daher immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen Stellen.
Schritt 1 — Entscheidung & Rechtsform
Solo-Praxis oder Gründung mit Kolleg:innen? Für die meisten Praxisgründungen ist das Einzelunternehmen die naheliegende Form; bei mehreren Gründer:innen häufig die GbR. Als Ergotherapeut:in arbeiten Sie in der Heilmitteltherapie in der Regel freiberuflich — Sie melden die Tätigkeit beim Finanzamt an (Fragebogen zur steuerlichen Erfassung); eine Gewerbeanmeldung ist für die therapeutische Tätigkeit üblicherweise nicht nötig.
Klären Sie außerdem vorab: Praxisräume, Hausbesuche oder beides? Das bestimmt Ihre Investitionen — und die Räume müssen für die Kassenzulassung bestimmte Mindestanforderungen erfüllen (Fläche, Ausstattung, Zugänglichkeit).
Schritt 2 — Anmeldungen und Nummern
Drei Dinge, die Sie brauchen:
- IK-Nummer (Institutionskennzeichen) — bei der ARGE·IK. Ohne IK keine Abrechnung mit den gesetzlichen Krankenkassen.
- Zulassung nach § 124 SGB V — als Heilmittelerbringer bei der zuständigen Zulassungsstelle (ARGE der Krankenkassen). Geprüft werden u. a. Ihre Qualifikation und die Praxisausstattung.
- Berufshaftpflichtversicherung — unverzichtbar; oft ergänzt um Inventar-/Praxisausfallversicherung.
Schritt 3 — Abrechnung mit den Krankenkassen
Ergotherapie wird auf Heilmittelverordnung (ärztliche Verordnung) erbracht und nach den bundesweiten Verträgen gemäß § 125 SGB V vergütet. Gut zu wissen:
- Die Preise sind bundesweit vertraglich geregelt — Sie verhandeln nicht selbst mit jeder Kasse.
- Abgerechnet wird direkt mit den Kassen oder — in der Praxis am häufigsten — über ein Abrechnungszentrum.
- Prüfen Sie Verordnungen sorgfältig (Frist, Diagnosegruppe, Unterschriften): formale Fehler sind ein häufiger Grund für Absetzungen.
- Daneben gibt es Privatpatient:innen und Selbstzahler — mit eigener Honorargestaltung.
Schritt 4 — Fortbildung im Griff
Für zugelassene Praxen gilt die Fortbildungspflicht nach § 125 SGB V: in der Regel 60 Fortbildungspunkte in 4 Jahren (1 Punkt = 45 Minuten anerkannter Fortbildung). Wie weit Sie schon sind, rechnet unser Fortbildungspunkte-Rechner in einer Minute aus.
Gerade für Solo-Praxen sind akkreditierte Online-Fortbildungen oft praktischer als Präsenztage: keine Anfahrt, eigenes Tempo, und die Punkte sammeln Sie neben den Behandlungszeiten.
Einige Kurse, die für (angehende) Praxisinhaber:innen direkt wertvoll sind:
💡 Tipp: Bei zwei oder mehr Kursen erhalten Sie automatisch Bundle-Rabatt (10-20 %) — es gibt auch fertige Kombi-Deals, z. B. das Kommunikation & Coaching Komplettpaket.
Schritt 5 — Wachsen zum Team
Viele Solo-Praxen wachsen nach 1-3 Jahren auf 2-5 Mitarbeiter:innen. Ab dann lohnt es sich, die Fortbildung für das ganze Team zentral zu organisieren — automatischer Bundle-Rabatt (bis 20 %), eine Rechnung auf Praxisnamen und ein Dashboard mit dem Fortschritt pro Mitarbeiter:in.
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Häufige Fragen
Welche Voraussetzungen brauche ich für die Gründung?
Eine abgeschlossene Ausbildung bzw. ein Studium der Ergotherapie mit staatlicher Anerkennung. Für die Abrechnung mit den gesetzlichen Krankenkassen zusätzlich die Zulassung nach § 124 SGB V — mit Anforderungen an Qualifikation und Praxisräume.
Wie lange dauert eine Praxisgründung durchschnittlich?
Rechnen Sie mit mehreren Monaten: Räume finden und zulassungskonform herrichten, IK-Nummer, Zulassung, Versicherungen, Praxisorganisation. Die Zulassung ist meist der zeitkritische Schritt — planen Sie sie früh ein.
Wie viele Fortbildungspunkte brauche ich?
In der Regel 60 Punkte innerhalb von 4 Jahren (§ 125 SGB V); 1 Punkt entspricht 45 Minuten anerkannter Fortbildung. Akkreditierte Online-Fortbildungen zählen dazu — prüfen Sie Ihren Stand mit dem Punkte-Rechner.
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