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Hirnleistungstraining in der Ergotherapie: mehr als Gedächtnisübungen

Veröffentlicht: 2026-10-16 · 6 Min. Lesezeit
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Kurz gefasst

Hirnleistungstraining (auch neuropsychologisch orientierte Behandlung) ist eine ergotherapeutische Maßnahme bei Störungen von Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Planung und anderen kognitiven Funktionen, zum Beispiel nach Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma oder bei beginnender Demenz. Ziel ist nicht ein besseres Testergebnis, sondern mehr Selbstständigkeit im Alltag. Dazu kombinierst du das Üben von Fähigkeiten mit Kompensationsstrategien und Anpassungen der Umgebung.

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Was ist Hirnleistungstraining?

Hirnleistungstraining ist im Heilmittelkatalog als ergotherapeutische Maßnahme vorgesehen, häufig unter der Bezeichnung Hirnleistungstraining oder neuropsychologisch orientierte Behandlung. Es richtet sich an Menschen, deren kognitive Fähigkeiten durch eine Erkrankung oder Verletzung des Gehirns beeinträchtigt sind: nach einem Schlaganfall, einem Schädel-Hirn-Trauma, bei neurologischen Erkrankungen oder bei beginnender Demenz.

Typische Probleme sind schnelle Ermüdung, Konzentrationsschwierigkeiten, Vergesslichkeit, Schwierigkeiten beim Planen und Organisieren oder beim Umgang mit mehreren Dingen gleichzeitig. Für Außenstehende sind sie oft unsichtbar, für den Alltag aber entscheidend.

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Üben oder kompensieren?

AnsatzWas du tustBeispiel
FunktionsorientiertEine Fähigkeit gezielt und wiederholt üben.Aufmerksamkeitsübungen, eine Handlungsfolge immer wieder trainieren.
KompensatorischEinen anderen Weg zum gleichen Ziel finden.Kalender und Erinnerungen am Smartphone, feste Routinen, Checklisten.
UmweltbezogenDie Umgebung so anpassen, dass sie weniger Denkleistung verlangt.Reizarme Arbeitsplätze, beschriftete Schränke, feste Plätze für Schlüssel und Brille.

Computergestützte Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsprogramme verbessern vor allem die Leistung in genau diesen Aufgaben. Ob sich das auf den Alltag überträgt, ist deutlich weniger sicher. Übe deshalb möglichst in echten Situationen und mit den Aufgaben, die für den Klienten wichtig sind.

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Strategien, die im Alltag tragen

Faustregel: Eine Strategie ist erst gelernt, wenn der Klient sie von sich aus nutzt, in seiner eigenen Umgebung und auch dann, wenn du nicht dabei bist.

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Krankheitseinsicht und Angehörige

Wie gut Hirnleistungstraining wirkt, hängt stark davon ab, ob der Klient seine Schwierigkeiten selbst bemerkt. Wer nicht merkt, dass etwas schiefgeht, wendet auch keine Strategie an. Arbeite deshalb mit konkreten Erfahrungen: Lass die Person vorher einschätzen, wie eine Aufgabe gelingen wird, und besprecht danach gemeinsam, was passiert ist.

Angehörige sind wichtige Partner. Sie erleben die Probleme im Alltag, können Strategien unterstützen und brauchen oft selbst eine Erklärung, warum sich jemand verändert hat.

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Kognition und Kommunikation

Kognitive Einschränkungen zeigen sich häufig auch in der Kommunikation: Gespräche verlieren den roten Faden, Informationen werden nicht behalten, Andeutungen nicht verstanden. Diese kognitiven Kommunikationsstörungen werden leicht übersehen oder mit einer Aphasie verwechselt. Mehr dazu in der Wissensbank zu kognitiven Kommunikationsstörungen.

Wenn du lernen möchtest, wie du diese Störungen erkennst und im therapeutischen Alltag damit umgehst, bietet die Fortbildung Kognitive Kommunikationsstörungen (KKS) für Paramediziner einen praxisnahen Einstieg.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist Hirnleistungstraining in der Ergotherapie?

Hirnleistungstraining ist eine ergotherapeutische Behandlung bei Störungen von Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Planung und anderen kognitiven Funktionen, zum Beispiel nach Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma oder bei beginnender Demenz. Ziel ist mehr Selbstständigkeit im Alltag, durch das Üben von Fähigkeiten, Kompensationsstrategien und Anpassungen der Umgebung.

Für wen wird Hirnleistungstraining verordnet?

Hirnleistungstraining kommt für Menschen in Frage, deren kognitive Fähigkeiten durch eine Erkrankung oder Verletzung des Gehirns beeinträchtigt sind, etwa nach einem Schlaganfall, einem Schädel-Hirn-Trauma, bei neurologischen Erkrankungen wie Multipler Sklerose oder Parkinson oder bei beginnender Demenz. Es wird ärztlich als Heilmittel verordnet.

Hilft Gedächtnistraining am Computer?

Computerprogramme verbessern vor allem die Leistung in den geübten Aufgaben selbst. Ob sich das auf den Alltag überträgt, ist deutlich weniger sicher. Übungen in echten Alltagssituationen und das Erlernen von Kompensationsstrategien wie Kalender, Routinen und Checklisten bringen für die Selbstständigkeit meist mehr.